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REGENWURM

ie Regenwürmer (Lumbricidae) sind im Erdboden lebende, gegliederte Würmer aus der Ordnung der Wenigborster (Oligochaeta). Sie gehören in­ner­halb des Stammes der Ringelwürmer (Annelida) zur Klasse der Gürtelwürmer (Clitellata). Weltweit gibt es etwa 670 Arten der Regenwürmer (Stand: 2008). Zu­sätz­lich wird aber eine unbekannte Anzahl morphologisch nicht unterscheidbarer Kryptospezies vermutet.
In der Schweiz und in Deutschland leben derzeit 46 Arten, in Österreich 54. Nicht alle der in Europa lebenden Arten sind ur­sprüng­lich dort heimisch. Ihre durchschnittliche Lebenszeit liegt zwischen 3 und 8 Jahren. Der 9 bis 30 cm lange Tauwurm oder Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris) ist neben dem 6 bis 13 cm langen Kompostwurm (Eisenia fetida) wohl die be­kann­tes­te einheimische Annelidenart.

Lebensraum
Die Regenwürmer lassen sich in drei Gruppen einteilen:
• Epigäische Arten wohnen knapp unterhalb der Bo­den­ober­flä­che im organisch angereicherten Horizont oberhalb des Mi­ne­ra­lbo­dens. Sie leben vorwiegend von Tierauscheidungen und abgestorbenem Pflanzenmaterial. Aufgrund des notwendigen UV-Schutzes sind sie dunkel gefärbt.
• Anektische Formen sind vertikalgrabend und suchen auch tiefere Bodenschichten (2 m und mehr) auf. Diese Arten fördern die Durchmischung der Mineralerde mit dem Humus.
• Endogäische Vertreter der Regenwürmer leben im oberen Bereich des Mineralbodens. Sie sind durchscheinend bleich gefärbt, da sie selten an die Oberfläche kommen.

 


Mikroskopaufnahme mit 16-facher Vergrößerung; Foto: Mnolf↑ (Lizenz↑)


Repro: Michael Linnenbach↑ (Lizenz↑)
Längsschnitt durch das Vorderende
bm = Bauchmark
d = Darmlumen mit Nahrungspartikeln
ep = Epithel
lm = Längsmuskulatur
m = Mundöffnung
osg = oberes Schlundganglion
rm = Ringmuskel
usg = unteres Schlundganglion

Obwohl überwiegend terrestrisch, gibt es auch einige aqua­ti­sche Regenwürmer, die stehende und fließende Gewässer besiedeln. Die einzige in Europa häufige und verbreitete aquatische Regenwurmart ist Eiseniella tetraedra. Diese Art kommt zum Beispiel verbreitet in der Gewässersohle des Rheins vor.  

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